Herzlichen Willkommen – Gude!!

In diesem Blog möchte ich interessierte Menschen an unserer Arbeit in den Weinbergen, am Weinbau und an den Naturerlebnissen, die man draußen in der Kulturlandschaft erlebt, teilhaben lassen.

Ich selbst heiße Johannes Jung und arbeite seit Juli 2014 im elterlichen Weingut Karl Jung und Sohn im rheinhessischen Schwabsburg mit. Warum Schlossturmblog? Weil wir Schwabsburger sehr stolz auf den Bergfried der Ruine der Schwabsburg sind, der unserem Örtchen seinen Namen leiht. Dieser Bergfried ist der Schlossturm, in dessen Schatten auch ich aufgewachsen bin und lebe.

Viel Spass beim Lesen und Kommentieren!

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Auto wird geladen.

So, jetzt ist es soweit: Wir haben den VW Bus mit Wein und allem was wir für die Forum Vini brauchen geladen.

Das ist das erste Mal, dass es für mich zu einer Weinmesse geht… ich bin gespannt!

Sie findet in München in der Lilienthalallee 40 im MOC statt, und zwar Freitag bis Sonntag, immer mittags bis abends.p1030505

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Geht das nicht alles maschinell?

Ich melde mich mal wieder aus der herbstlichen Versenkung mit einem Bild von den letzten herbstlichen Handarbeiten:

Runterdrücken des Tresterhutes einer Büttengärung. Mit einem hölzernen Ding, das rhoihessich bei uns „die Kitsch'“genannt wird.

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Was ihr hier seht, sind zwei Bütten voller Rotweinmaische, sprich Trauben, hier vom Spätburgunder.

Sie vergären als Maische und nicht als Saft, damit die Farbe aus der Beerenschale in den späteren Wein übergeht. Durch das bei der Gärung entstehende und aufsteigende CO2 werden die festen Bestandteile nach oben transportiert. Sie bilden einen sogenannten „Tresterhut“, der zweimal täglich untergetaucht werden muss.

Warum?

Wenn die Schalen aufschwimmen, haben sie weniger Kontakt mit dem entstehenden Wein und geben weniger Farb- und Gerbstoffe an ihn ab. Außerdem kann durch den Lufteinfluss ungewollt Essigsäure entstehen, die natürlich im Wein nicht erwünscht ist.

Den Tresterhut kann man auch beispielsweise mit einem Maischerührwerktank lösen. Das ist weniger Kraftaufwand. Allerdings ist das Untertauchen mit der Hand (mancherorts auch mit den Füßen!) sehr schonend und verletzt keine Traubenkerne, die ungewollt extreme Gerbstoffe an den Wein weitergeben können.

Fazit: Es ist hier beim Spätburgunder gewollt mit der Handarbeit.

 

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Es glänzt. Und Hoffest am Wochenende!

Im Keller wird es nun langsam Zeit, alles schön sauber zu machen: Die Weintanks werden von innen und außen geputzt, damit der neue Jahrgang einen sauberen Start im Keller hat. Den größten Anteil am sauberen Gesamtbild  hat unsere Praktikantin, aber auch ich werde morgen dir Bürste benutzen:)14247655_10210176454109291_970508284_o

Wir rechnen frühestens Ende nächster Woche mit dem Lesebeginn bei uns, das momentan sehr schöne Wetter gibt uns noch etwas Zeit und natürlich Zucker und Aroma den Trauben.

Am Wochenende ist bei uns aber erst mal Hoffest angesagt:

Hoffesttage im Weingut Karl Jung & Sohn200 Jahre Rheinhessen

10. und 11. September 2016
An beiden Hoffesttagen: Weinverkostung, Kellerführung, Weinquiz, Informatives über „200 Jahre Rheinhessen“, Bilderausstellung von Caroline Hill.

Leckere Gerichte für den kleinen und großen Hunger, Kaffee und Kuchen ab 14:30 Uhr.

Samstag, 10. September 2016 ab 11:00 Uhr
13:00 und 15:30 Uhr Weinbergsrundfahrt (mit Anmeldung unter 06133-60459)
19:30 Uhr Musikalische Unterhaltung mit „Springtime Promises“

Sonntag, 11. September von 11:00 – 19:00 Uhr
11:00 – 13:00 Uhr Frühschoppen mit der Combo der Kilianos
Ab 14:00 Uhr Musikalische Unterhaltung mit „Anna Offen Duo“

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Was für ein Sauerkrautladen- Heften

Was machen wir eigentlich grade draußen im Weinberg?

Es wächst, das Wasser ist im Boden für die Reben noch immer reichlich vorhanden. Und die Arbeit, die fast komplett abgeschlossen ist, nennen wir Heften. Manche nennen sie auch Einstecken.

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>Was wird gemacht?

Wie man auf dem ersten Bild sieht, hängen die wachsenden Rebtriebe wild in die Weinbergszeile. Diese sollen mit den Heftdrähten gebändigt werden. Unser Standardsystem sind vier Heftdrähte, also auf jeder Seite der Rebzeile 2, die mit dem Wachstum der Triebe immer weiter nach oben gehängt werden. Wenn die volle Laubwandhöhe erreicht ist, werden die darüber hinausragenden Triebe eingekürzt.

Auf dem zweiten Bild ist dieselbe Rebzeile nach dem Heften zu sehen, der Hauptteil der Triebe ist nun gerade gerichtet. Die Rebsorte ist übrigens Saint Laurent.

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Warum eigentlich?

Zum Einen wollen wir eine möglichst hohe Laubwand die Photosynthese betreibt und so die Oechslegrade- also Zucker und wertgebende Inhaltstoffe- nach oben triebt.

Zum Anderen verändert sich das Kleinklima im Weinberg („Wingert“): Die Luft zirkuliert besser. Das trocknet das Laub und macht es so den Schadpilzen schwerer.

 

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Tag der offenen Gärten

Morgen ist der Garten bei uns anlässlich des Tags der offenen Gärten zu besichtigen!

Mittelklein, aber durchaus interessant, mit den Färberpflanzen!

Der Garten befindet sich hinter dem Weingut und Wohnhaus in der Hauptstraße 7 in Schwabsburg!

Geöffnet ist von 10- 18 Uhr, es gibt kleine Speisen, Wein und mittags Kaffee und Kuchen. Wir freuen uns über Besuch!SANYO DIGITAL CAMERA

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Die Reben haben nasse Füße

P1030176.JPGVon Samstag, den 28.05 bis gestern (Mittwoch, 01.06) hat es bei uns in Summe etwa 70 l/m² Regen gegeben. Das ist natürlich verglichen mit Bayern und den Überschwemmungen dort ein Witz.

Allerdings ist es verglichen mit dem letzten Jahr, wo es zwischen April und Juli nur um die 20l/m² waren, eine große Menge. Im ersten Bild sieht man die großen Pfützen im Weinberg. der Boden ist aufgeweicht und mit dem Traktor nur in der Grasreihe befahrbar.

Wir wollen jetzt so selten wie möglich durch die Reihen fahren, da der aufgeweichte Boden sehr verdichtungsanfällig ist. Die Verdichtung würde verhindern, dass Luft in den Boden kommt. Wenn im Boden kein Sauerstoff mehr ist, können Faulgase durch Anaerobier gebildet werden und keine Nährstoffe aus dem Humus mehr für die Pflanze freigesetzt werden. Reben auf staunassen und verdichteten Böden färben ihre Blätter oft gelb, wegen Eisen- oder Magnesiummangels.

P1030178Im zweiten Bild fließt das Wasser sogar, und das noch zwei Tage nach den Regenfällen! Es ist wunderbar klar und tritt auf einem paar m² großen Flecken mitten im Wingert zutage.

In diesem Weinberg, mit dem Flurnamen „Nassgewann“ tritt immer Wasser aus dem Boden aus, wenn es sehr nass ist. Mit Sicherheit haben unsere Vorfahren die Lage deshalb so genannt. Der Boden ist „schwer“, d.h., er verfügt über einen hohen Tonanteil. Durch Tonschichten kann das Regenwasser nicht nach unten abfließen. Wo die Tonschicht zutage tritt, tritt dann auch das Wasser aus.

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Es riecht nach Kompost

„Das ist ja widerlich, dieser Gestank!“ Haben sich bestimmt schon so einige gedacht, wenn in den Weinbergen Kompost ausgebracht wird. Auch bei uns ist dies eine wichtige Tätigkeit, um den Reben Nährstoffe und dem Boden Humus zuzuführen. Der Hauptanteil dieses Komposts besteht aus Grünschnitt. Den Kompost verteilen wir mit dem im Bild unten gezeigten Kompoststreuer.

Wie alle Pflanzen brauchen auch die Reben Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Bor, Schwefel……

Diese entziehen sie dem Boden, auf dem sie stehen. Wohin kommen die Nährstoffe?

-In den Wein, die Blätter, das Holz- wobei Holz und Blätter im Weinberg bleiben.

Was dem Boden oder dem Weinberg entzogen wird, muss auf Dauer irgendwie ersetzt werden, auch wenn die Ansprüche der Weinrebe verglichen mit Weizen oder Raps sehr gering sind.

Aber nicht nur die reine Nährstoffzufuhr ist wichtig, sondern das Vorhandensein organischer Substanz im Boden (Humus). Er lockert die Struktur, erhöht das Porenvolumen des Bodens, sodass er besser durchlüftet wird, aber auch seine Wasserspeicherkapazität erhöht wird. Dies verhindert Abschwemmungen und sorgt für bessere Bedingungen für Pflanzen und Tiere.

Die organische Substanz wird allerdings über die Zeit abgebaut („mineralisiert„). Sie zerfällt und die darin enthaltenen Nährstoffe werden frei und somit für die Pflanze nutzbar.

Zu viel Kompost ist natürlich auch negativ: Es werden mehr Nährstoffe frei, als die Pflanze aufnehmen kann und die überschüssigen Nährstoffe gelangen ins Grundwasser.

Puh, das ist sehr viel Text, den wahrscheinlich keiner liest…

 

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Beladung des Kompoststreuers

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Im Märzen der Bauer…

…die Rösslein einspannt/ er setzt seine Felder und Wiesen instand…

Vergangene Woche haben wir Sommergerste eingesät. Welch‘ schöne Abwechslung nach der Arbeit im dunklen Keller! Zu unserer Weinbaufläche bewirtschaften wir auch ein wenig Ackerfläche, auf der wir Geste, Weizen und Zuckerrüben anbauen. Sobald die Äcker von der Märzsonne und dem Wind abgetrocknet sind, können wir das Saatgut in den Boden drillen.

Aus optimalen Gerstequalitäten kann Braugerste gewonnen werden, ansonsten gibt’s Futtergeste, die als Viehfutter verkauft wird.

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Winterarbeit 1) Draht runterlegen

An einem trüben Morgen über Schwabsburg…

Im Winter werden die Reben geschnitten, doch vorher legen wir die mittleren Heftdrähte auf den Boden, damit sich die abgeschnittenen Triebe aus dem Drahtrahmen besser herausgezogen werden können.

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Das waren noch Zeiten…

Diese alte Korbkelter stand seit ein paar Jahren verstaubend im Kelterhaus der Eltern meiner Mutter, die ebenfalls Weinberge bewirtschaftet und Wein ausgebaut haben.

Als ich ungefähr zehn Jahre alt war, hat mein Großvater das letzte Mal mit ihr Trauben ausgepresst- mehr zum Spaß und „um es noch einmal gemacht“ zu haben. Sie war also noch voll funktionsfähig!

An der Spindel wird der schwere Kopf runtergeschraubt, die Bretter drücken somit auf das Erntegut und der Saft kann durch die Spalten zwischen den Holzlatten nach außen ablaufen.

Nun gab es aber einen Interessenten, der uns die Kelter abgenommen hat, sodass wir uns von ihr getrennt haben. Einerseits schade, dennoch: Wir wünschen ihm damit viel Freude!

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